Der Kiesbankgrashüpfer

Der Kiesbankgrashüpfer (Chortippus pullus) ist eine hoch spezialisiert Heuschreckenart und dementsprechend selten ist er anzutreffen. Als wärmeliebende Art reagiert er sehr empfindlich auf Beschattung des Bodens. Er benötigt offene Landschaftsbereiche mit einem hohen Rohbodenanteil und günstigem Substrat für die Ablage der Eier. Die eben beschriebene Lebensraumausstattung findet sich vorwiegend in intakten Wildflusslandschaften, was den Kiesbankgrashüpfer zu einer ausgezeichneten Ziel- und Zeigerart für naturnahe Flusslandschaften macht. Aufgrund ausgedehnter Flussregulierungsprojekte ist der Lebensraum für Lebensgemeinschaften der dynamischen Flusslandschaften europaweit zur Mangelware geworden. In der roten Liste der Heuschrecken Österreichs ist der Kiesbankgrashüpfer mittlerweile als „stark gefährdet“ geführt und er gilt im gesamten europäischen Verbreitungsgebiet als selten. In Salzburg konnte sich der Kiesbankgrashüpfer nur mehr im Tauglgries halten.

Lebensraum Tauglgries

Im Tauglgries liegt grundsätzlich ein weitgehend unreguliertes Wildflusssystem vor. Allerdings hat sich durch die intensive Schotterentnahme bis in die 1990er Jahre das Flussbett um mehrere Meter eingetieft. Dadurch sind die Randbereiche des Flussbettes von der Hochwasserdynamik abgeschnitten und verwachsen nun vorwiegend mit verschiedenen Weidenarten. Was früher durch unregelmäßig auftretende, größere Hochwasserereignisse erledigt wurde, muss nun von Menschenhand gewährleistet werden - die Offenhaltung der oberhalb des jährlichen Hochwassereinflussbereiches liegenden Schotterterrassen. Für das Überleben des Kiesbankgrashüpfers in Salzburg ist es essentiell die aufkommenden Gehölze effektiv zu dezimieren und Rohbodenstandorte zu schaffen. Zur längerfristigen Sicherung der Vorkommen muss die Population substantiell gefördert und ihr Lebensraum durch Managementmaßnahmen ausgeweitet und vernetzt werden um auch den genetischen Austausch zu ermöglichen.

Massnahmen zur Verbesserung der Habitatqualität

Im Managementplan für das Natur- und Europaschutzgebiet Tauglgries sind ausgiebige Maßnahmen zur Erhaltung des Kiesbankgrashüpfers vorgeschlagen, welche nun gemeinsam mit den Grundbesitzern umgesetzt wurden. In den Wintermonaten 2014/2015 wurde das Entbuschen von Bereichen mit aktuellen Vorkommen des Kiesbankgrashüpfers zur Stützung des derzeitigen Vorkommens im Tauglgries als Quelle für Neubesiedelungen durchgeführt. In einem weiteren Schritt wurden durch Gehölzfreistellung Korridore geschaffen, ehemals geeignete Lebensräume wiederhergestellt und mit dem Kernlebensraum verbunden. Insgesamt handelt es sich um eine Maßnahmenfläche von rund drei Hektar Größe. Begleitend zu den Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen ist eine genaue Beobachtung der Bestände über mehrere Jahre vorgesehen. Für den Winter 2015/2016 sind noch weitere Entbuschungsmaßnahmen auf der orografisch rechten Flusseite geplant.

  • 1-Taugl-Kiesbankgrashuepfer-Cortippus-pullus-Weibchen
  • 1-Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-verbuschter-Lebensraum-vor-Massnahmenumsetzung
  • 2-Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-Lebensraum-nach-Massnahmenumsetzung
  • 3-Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-vor-Massnahmenumsetzung-2
  • 4-Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-nach-Massnahmenumsetzung
  • Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-Begleitinformation_Heuschreckenmassnahmen
  • Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-Bei-der-Arbeit
  • Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-Bei-der-Arbeit_2
  • Taugl-Kiesbankgrashuepfer-pullus-Lebensraum

Kiesbankgrashüpfer